Samstag, 27. Februar 2016

#19 Die Krawatte

Ich trage gern Krawatte. Da ist mal eine Aussage, oder? Vielen Herren zwängt sie gar zu sehr ein, aber dabei kommt es nur auf eine ausreichende Kragengröße des Hemdes an und die Luft kann wieder fließen. Zudem ist die Krawatte eines der wenigen Schmuckstücke, die den Mann in verschiedentlichen Variationen wunderbar kleiden kann.

Gehen wir mal nicht von der leider weit verbreiteten Funktionskleidung aus, sondern vom gepflegten Auftritt durch feine Hose und Hemd (ich bevorzuge weiße), ist die Krawatte das letzte Pünktchen auf dem i, die ein wohliges Aussehen herstellt. Dazu noch ein schönes Jackett und man ist seiner Umwelt gewappnet. In jeder Situation zeigt ein ordentlicher Auftritt den Respekt am Sein, d.h. an sich selbst und seinen Mitmenschen. Zunächst geht es aber um die Auswahl der richtigen Designs und das ist gar nicht so einfach. Wir können schon beim ersten Gang durch die Verkaufsabteilung erkennen, dass es wirklich schwierig ist das richtige Muster, die schönste Farbe zu finden, denn dazu müssen wir eine Vorstellung entwickeln, zu welchem Kleidungsstil eine Krawatte passt. So heisst es Geduld mitzubringen und viele Binder zu begutachten.
Und bei mir ist es gar noch schwieriger, da ich auf alte Entwürfe verfallen bin (s.o. Bild) und sich meine Suche über Flohmärkte und durch Kleiderkammern zieht, wo die Auswahl noch kleiner ist. Aber ebenso, wie bei der Suche nach schönen alten Hüten (Fedoras Homburger, Bowler und Boater) gibt es doch ab und an einen Treffer der genau passt, und so werden eben diese Schätze gehegt und gepflegt und bekommen durch ihre Einzigartigkeit einen sogleich umso höheren Wert. Ich habe tatsächlich eine Lieblingskrawatte, die ich sehr oft trage. Aber durch Kombination mit verschiedenen Jacketts wird es nie langweilig.
Woher kommt nun meine Neigung zu Krawatten? Natürlich durch die Prägung der vergangenen Zeiten, als zum Beispiel kein Mann ohne Hut aus dem Hause ging. Ich habe dies leider nie selbst erlebt, aber durch den Einfluß von Bildern und Filmen eignete ich mir den Wunsch an, genau diesen Maximen im Bekleidungsstil zu folgen und fühle mich sehr wohl dabei, auch wenn dies kaum einer versteht, aber doch einige dies bewundern.
Mit bestem Verbleib
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Mittwoch, 24. Februar 2016

#18 Das Nichtstun

Heute verliere ich mal nicht viele wohlweisliche Worte und zeige auch kein Bild, sondern preise das, was ich viel zu selten mache: das Nichtstun.
Dazu bitte ich 2 Minuten um Gehör (Ton an!) und Klick auf diesen Link
Mit bestem Verbleib

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Montag, 22. Februar 2016

#17 Die Qualität

Ich bin zu arm um billig zu kaufen
Damals als ich noch jung und unverständlich war, sagte mir meine Oma einmal was am Mittagstisch: „Ich bin zu arm, um billig zu kaufen“. Verdutzt grübelte ich lange darüber nach und kam beim besten Willen zu keinem Ergebnis zu dieser zunächst komischen Aussage, da sie sich ja eigentlich widerspricht.
So im Laufe der Jahre und Jahrzehnte vergaß ich diesen Satz, machte aber meine Erfahrungen, so zum Beispiel beim Kauf von wirklich günstigem Schuhwerk, welches natürlich nur eine Saison hielt. Wenn ich dann mit der Zeit immer wieder los stiefelte und mir die damit verbundenen Kosten zusammenrechnete, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, ehm, von den Augen und der Satz meiner Großmutter war wieder parat! 

Ich nahm sodann aus dem errechneten Budget 3/4 des Gesamtbetrages und kaufte mir ordentliche Schuhe (zugegebenermaßen gute Lederschuhe, da ich diese seit jeher bevorzuge) und hatte mit diesen umgerechnet viel mehr Freude, da sie zum einen länger hielten und zudem noch eine schöne Patina bekamen. Dies Bedarf natürlich einer regelmäßigen Pflege und auch manchmal ein Besuch beim Schuster um neu Aufzuleisten, aber diese Methode hat das Schöne von Dauer und Beständigkeit und somit Sicherheit und ist nach einer kleinen Kosten-Nutzenrechnung eine klare Sache. 
Hier kommt natürlich auch der Satz ins Feld: „Eigentum verpflichtet“, aber dies mache ich gern, da mir die allgemein herrschende Wegwerfmentalität arg zuwider ist. Es werden zu viele schöne, gute alte Sachen einfach weggeworfen und ich treibe mich gern auf Flohmärkten, im Netz und Möbelhallen rum, um diese zu sichern. Gut, nicht Dinge des täglichen Gebrauchs, aber was ich schon günstig an sehr guter Kleidung gefunden habe ist ganz wunderbar: Anzüge, Ulster, Hüte, (OK Schuhe brauche ich immer neu, da das Fahrwerk doch zu zerschunden ;-), Shawls, Westen etc. etc.. Alles wunderbare Schnitte, Stoffe und Materialien, so heutzutage nicht mehr oder eben nur sehr teuer zu erstehen und ganz wunderbar zu tragen. Oder Fahrräder, Kinderwagen, Bügeleisen (die guten schweren!), Smartphones, Tablets, Laptops (ich bin nicht gewillt den überteuerten Neupreis zu bezahlen) und so weiter und sofort - ein bisschen Suche und der Werterhalt startet.
Ich bin es auch leid diese ganzen Kleinelektrogeräte ständig neu zu kaufen und versuche sie immer zu reparieren, so es denn geht. Denn die geplante Obsoleszenz vieler Geräte macht dies nicht immer einfach und ich muss verzweifelt aufgeben, da das Gehäuse beim Öffnen so zerstört wird, dass es kein Ganzes mehr wird. Ich versuche es aber immer wieder und hatte auch schon so manchen Erfolg.
Im Großen und Ganzen geht es mir also um Nachhaltigkeit und dies geht nur mit Qualität. Bei Dingen und auch Nachrichten. Aber zum zweiten Punkt muss ich später ausholen, denn bei nachhaltigen Informationen geht es um eine andere, innere Wertigkeit und hier war ich beim rein Monetären, was aber auch was philosophisches hat. Oder eher vernünftiges? Oder beides?
Danke für die erneute Aufmerksamkeit

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Dienstag, 16. Februar 2016

#16 Der Straßenkehrer

So mit der Zeit bekomme ich wieder immer mehr ein Auge für mein Umfeld und so fiel er mir wieder auf, der Straßenkehrer. Er müht sich jeden Tag über Bürgersteige, durch Gossen und über Plätze, um unsere Straßen und Orte sauber zu halten und ich danke ihm hiermit aus vollstem Herzen. Nicht ein jeder ist so sorgsam und bemüht sich zum nächsten Papierkorb um seinen Müll dort hineinzuwerfen, sondern lässt ihn einfach auf den Boden fallen. Machen es viele, ersticken wir im Müll, aber der Straßenkehrer kämpft für uns um die Sauberkeit des Stadtbildes, welches uns eigentlich allen am Herzen liegen sollte. Damit er nicht arg zu viel Arbeit hat, sorge ich mich schon seit längerem selbst darum meinen Kram in die vorhandenen Mülleimer zu verbringen und hoffe meine Mitmenschen tun dies auch.
Aber weiter geht´s. Auch des weiteren die Müllabholung und dessen Entsorgung, die Kanalreinigung, die Sperrmüllabholung, die Mülltrennung, die Energiegewinnung etc. pp. und vielleicht auch die 2. Chance von nicht mehr genutzten Sachen in Form des Verkaufs von guterhaltenen Möbeln, Kleidern oder Elektrogeräten durch die Stadtbetriebe sind für uns alle gedacht, dass wir uns wohl fühlen.
Es ist ein steter und sehr verantwortungsvoller Kampf der da tagtäglich ausserhalb unseres Sichtfeldes geführt wird und ich finde es sehr gut, dass es ihn gibt. Sonst würden wir im Dreck ertrinken und uns wer weiss was fangen.
Also noch mal auf diesem Wege: Danke Jungs! Und Mädels!

Mit bestem Verbleib

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Mittwoch, 23. Juli 2014

#15 Das Taschentuch

Dieses ist selbstverständlich aus Stoff. Im besten Fall aus Baumwolle, da hervorragend waschbar und bitte in reinweiß. Immer dabei und frisch gebügelt ist es stets zur Hand, wenn nötig. Wenn nun ein Schnupfen ansteht, sollte eher auf die berühmten Geschwindigkeits-Papier-Taschentücher zurückgegriffen werden, da hygienischer, aber ansonsten gebe ich dem reinen Stofftaschentuch immer den Vorzug.
 Und falls sich nun jemand fragt warum nur, anbei eine kleine Liste der möglichen Anwendungen:
  • zum Brilleputzen
  • zum Händetrocknen
  • zum Schweissabwischen
  • zum Abschiedwinken
  • zur schnellen Beschattung von baren Häuptern - aber nur wenn wirklich kein Hut zur Hand ist
  • zur Kühlung, d.h. es wird befeuchtet und dann damit der Nacken, die Hände, die Arme, das Gesicht bestrichen, was der Verdunstungskälte Vortrieb gibt und zudem auch erstaunlich erfrischt
  • zur Kleckereientfernung, wenn mal wieder was auf die Kleidung oder ins Gesicht gelangt ist
  • und als Handreichung an sein Gegenüber, wenn Bedarf besteht bei obigen Punkten, was immer eine sehr respektable Geste ist.
Die Anschaffungskosten halten sich wirklich im Kleinen und ich kann es nur jedem ans Herz legen, dies stets bei sich zu führen und damit seinen Alltag gepflegter zu verbringen.
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Donnerstag, 26. Juni 2014

#14 Der Strohhut

Wenn die Temperaturen wieder jenseits der 25 Grad des Herrn Celsius gehen, ist ein Strohhut gar wunderbar, da er schützt und wenn aus dem richtigen Material, auch kühlt.

Das Stroh (oder auch Papier s.u.), wie dem Namen nach, ist schonmal recht gut, den es lüftet ganz fantastisch und trägt sich nicht schwer und erhitzend. Ich trage es gerne in der Form des Panamahutes, des Fedora (gleiche Form wie Panama, nur niedrigere Krone) oder gerne auch den Boater (Deutsch: Kreissäge), obwohl ich letzteres leider noch nicht erstehen konnte, da hierzulande sehr schwer zu erstehen und wenn doch, gut teuer, zumindest noch zu teuer für mich, denn es sollte schon ein Boater aus richtig festem und mehrfach lackiertem Stroh sein (nun gut, der ist dann schon wieder schwerer, aber chic) und da muss ich doch mal nach London (eh eine langgehegte Idee um wohlig und günstig und gebraucht feine Ware zu erstehen) oder mich eben noch in Geduld fassen, aber ich schweife ab.
Dann habe ich noch einen feinen Fedora aus geflochtenem Papier (s. Foto) wirklich günstig erstehen können (für was der Wochenmarkt manchmal gut ist...) und diesen trage ich zurzeit sehr gerne, da schön, leicht und klimatisch eine Wucht.
Nur, aus Papier, da muss man wirklich vorrausschauend planen, denn einen Regenguß darf der wohl nicht abbekommen. Der Strohhut aus Stroh verträgt dies ein kleines bisschen, pflegt sogar das Material etwas, da wieder Feuchtigkeit eindringt und das Stroh nicht ganz austrocknet. Aber eben nur eine kleine Dusche! Einen deutlichen Wolkenbruch verträgt so ein Hut natürlich nicht, da heisst es, sich schnell unterstellen.
Und wer erst hier zum Thema Kopfbedeckung für Herren eingestiegen ist, kommt nun zum anderen wichtigen Punkt: Hüte tragen
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Dienstag, 24. Juni 2014

#13 Schuhe putzen

Ich liebe gute Lederschuhe, am besten Oxfords, in braun, hell oder dunkel oder auch twotones in braun/creme, je nach Jahreszeit. Bei guter Machart und guter Pflege halten Lederschuhe fast ewig und sehen dabei, d.h. bei stegiger Pflege immer besser aus!
Hier wurde ein Fotofilter verwendet - im Original sehen diese wunderbaren Schuhe natürlich nicht so fleckig aus!

Es kommt also nicht nur auf die Herstellungsqualität, sondern dann erst recht auf die Pflege an. Alle ein bis zwei Wochen nehme ich mir die 2-3 Paar Schuhe raus, die gerade am meisten getragen und somit auch beansprucht wurden. Das Walken des Leders beim Gehen, der Straßenstaub, vielleicht ein Regenguß oder ein Kratzer, macht eine gute Pflege unabdingbar. Ansonsten ist der Verschleiß zu stark und dann, ja dann ist das Leder kaum noch zu retten.
Also, haben Sie ein Augenmerk auf den Zustand Ihrer Schuhe und legen wie folgt los:
  • Schnürsenkel entfernen
  • Staub abbürsten
  • mit leichter (!) Seifenlauge vorsichtig das Leder von Dreck befreien
  • kurz antrocknen lassen. Dabei öffnen sich die Lederporen ganz leicht
  • und dann mit einem Tuch oder kleinen Bürste vorsichtig und gleichmäßig gute Schuhwichse auftragen
  • bitte achten Sie darauf, dass sie die richtige Farbe passend zum Leder nehmen, sonst verfärbt sich das Leder unpassend.- es gibt aber auch Profis, die damit richtig angewandt den Schuh verfeinern können, aber bleiben wir bei den Grundsätzen.
  • Bitte nicht die Nähte und Übergänge vergessen, hier trocknet das Leder besonders gerne aus
  • einige Zeit einziehen lassen
  • dann mit Schwung und ordentlicher Schuhputzbürste polieren
  • und polieren
  • polieren
  • polieren
  • Schnürsenkel wieder einschleifen
  • und wieder ab in den Schuhspanner
Die ist sicherlich nur ein kleiner Abriss, wie man es macht, aber als Basis sollte es gelten.
Der Schuhspanner ist bei Lederschuhen ein le-must! So haben sie nach dem Tragen genügen Zeit sich auszuruhen, ziehen sich nicht zusammen und lüften ausreichen aus.
Und auch noch der wichtige Hinweis, daß Lederschuhe genauso wie Anzüge und Kravatten (Seide) nur ein Tag getragen werden und dann mindestens ein Tag ruhen müssen. Bitte tun Sie sich und Ihren Dingen diesen Gefallen, es zahlt sich aus! Gehen Sie pfleglich mit Ihren Sachen um, wie sind hier nicht im Zeltlager! Nichts gegen Zeltlager, das mache ich auch gerne, aber bitte alles zu seiner Zeit.
Und bitte kaufen Sie keine minderwertige Schuhwichse, damit schaden Sie mehr, auch wenn es scheinbar schneller geht. Meist sind darin Wirkstoffe, die das Pflegen vereinfachen, aber auf Dauer das Leder schädigen und austrocknen.
Also allez-vous! Die Basisausrüstung ist gar nicht so teuer und wenn man erstmal den Erfolg eines gutgeputzen Schuhes sieht, ist dies auch keine richtige Arbeit, sondern macht Freude und hebt den Stil.
Nachtrag: Bitte denken Sie auch daran die Schuhe bei Bedarf rechtzeitig bei einem guten Schuster reparieren zu lassen. Nach einiger Zeit ist nunmal die Sohle durch oder das Innenleder ist durchgerieben. Es ist im Vergleich zu neuen Schuhen nur ein kleiner Invest um den Bestand zu sichern - auch dies lohnt sich in jedem Fall!
Das man dies auch mit allen anderen Alltagsgegenständen tun sollte ist eigentlich auch selbstverständlich, denn wie meine Oma schon immer sagte: "Ich bin zu arm, um billig zu kaufen."

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Donnerstag, 17. April 2014

#12 Der Hut

Ich fand dies schon als Kind höchst respektabel, wenn mir ein Mann mit Hut begegnete. Dann kamen noch die alten Filme aus den 20-40iger Jahren im Fernsehen dazu, die dieses Bild verfestigten.
Nun, ja nun bin ich auch schon im gereiften Alter und die Haare verlieren im Kampf ums Grauwerden und fallen peu-á-peu aus. Also zwei gute Gründe nun auch Hut zu tragen. Seit 2-3 Jahren sammele ich Hüte obigen Stils für Sommer wie Winter und der Hutständer im Flur birst vor Kopfbedeckungen, sodass ich auch noch auf dem Kleiderschrank Platz dafür schaffen musste. Und gehe tatsächlich niemals, eben sommers wie winters ohne Chapeau vor die Türe. - Nun gut, letztens einmal auf einem kurzen Wochenende in der Eifel vergaß ich tatsächlich meinen Hut und dies rächte sich prompt, da es die erste wirklichen Frühlingssonnentage waren und ich mir einen Sonnenbrand auf der Platte einholte - kein wirklicher Spaß, wenn man unter der Dusche steht! -
War es Anfangs noch ungewohnt, da noch keiner, so wie inzwischen vermehrt, damit auf die Straße geht. Aber wenn man sich so umsieht trägt ein jeder irgendwas (komisches) auf dem Kopf, nur eben nicht so was Gutes wie einen schönen Hut!
Inzwischen ist es für mich allenthalben selbstverständlich geworden, möchte es nie mehr missen und gehe mit Hut aus dem Haus (s.o.). Von den Vorteilen mal abgesehen, das es im Winter die Kopfhaut wärmt und vor Regen schützt und im Sommer die Hitze abhält, sieht es zudem auch noch prächtig aus!
Wenn ich nun Bekannten oder guten Menschen begegne, kann ich ihm und ihr meinen ganzen Respekt erweisen, indem ich höflichst den Hut lupfe und so grüße. Dabei wird immer die rechte Hand genommen (alte Ritterregel), dann der Hut wieder aufgesetzt und im nächsten Schritt, so sei es denn erwünscht die Hand gegeben. 
Fein betrachtet wird so der Grad des Respekts ersehen: 
A. ein kurze Nicken = erster Kontakt
B. kurz an die Krempe tippen = schonmal gesehen
C. kurz an die Krempe fassen = die kleine Ehrenbezeugung
D. kurz an die Krone fassen und leicht lupfen = etwas höhere Ehrenbezeugung
E. den Hut deutlich vom Kopfe heben = ist schon eine eindeutige Respekterweisung
F. den Hut vom Kopfe heben und im Halbkreis nach unten führen, sodass die Öffnung nach oben weist = voller ehrerbietiger Respekt!
Es ist schön, von seinen Mitmenschen nun anders betrachtet zu werden und zudem, dass es immer mehr Herren gibt, die sich einen feinen Hut aufsetzten und den gepflegten Stil mittragen.
Zu den Anschaffungskosten möchte ich noch folgendes sagen, damit es dem Interessierten vielleicht nicht zu schwer gemacht wird: Es gibt zwar wenige, aber sehr gute lokal Hutmacher oder auch Hutfabrikanten. Bei den ersteren bekommt man erstklassige und maßangefertige Ware, nur, ich konnte mir diese Preisklasse nicht leisten - leider. Bei den zweiten, also den Fabrikanten wie Mayser, bekommt man auch sehr gute Ware, nur auch dort sind mir die Preise (noch? ;-) zu erhaben. Obwohl, einen Strohhut MUSSTE ich mir kaufen, einen schönen Panama und der ist sein Geld wert.
So, was tun, um nun doch zu einem schönen Hut zu kommen? Na, einfach nach gebrauchten auf die Suche gehen! Auf Flohmärkten, in Secondhand-Läden, in Möbelhallen, die auch zum Teil alte Kleidung wiederverkaufen. Und, Geduld haben! Suchen, suchen, suchen und es kommen die feinsten Stücke ins Haus. 
Aber Obacht, wenn jemand dabei Angst wegen Kopfläuse hat, den Flohmärkte heissen nicht umsonst so ;-). Dann einfach den Hut in eine Plastiktüte für 48 Stunden in die Tiefkühltruhe, dann ausklopfen (vorsichtig!) und gut mit einer Kleiderbürste abbürsten. Und nach 3 Wochen wieder für 2 Tage in die Tiefkühltruhe und die Prozedur wiederholen. Dies sollten den kleinen Plagegeistern den Gar aus machen. Dies nur als kleiner Tip am Rande, ich hatte noch nie Probleme damit (dies kann aber durch den massiven Einsatz von Pomade handeln, da kommt nix durch ;-)
Nun noch ein Wort zur Pflege. Die Kleiderbürste wurde schon erwähnt und wenn es nicht zu grobe Verschmutzungen sind kann man den Filz (die Strohhüte bitte nur mit Straußenfedern abfeudeln) damit gut säubern. Einmal zum Beginn der Saison und bei Verschmutzungen zwischendurch reicht vollends. Zudem gibt es noch Hutspanner, damit der Hut nach längerem Ruhen wieder aufgedehnt werden kann.  Gerade neue Hüte (aber auch teilweise die alten, haben die Eigenschaft um bis zu einer Nummer Umfang einzubüßen und dann wird es doch arg eng am Hirn). Diese Hutspanner bekommt man hier leider nur gebraucht oder eben so wie ich neu aus Italien. Dort habe ich in Mailand einen Hutmacher ausfindig gemacht, der diese kleine feine Holzkonstruktion zuschickt. Die Handhabung ist recht einfach und 1-2 Tage in dieser Halterung und der Hut ist wieder geweitet. 
Sollte nun ein zu großer Hut gekauft werden, kein Problem. Es gibt dünne Korkstreifen, die innen unter den Umschlag gelegt werden und man kann damit um gut 1-2 Größen reduzieren.
So, dies in kurzer und bester Güte. Habt Mut zum Hut! Bringt wieder Stil ins Leben. Auch die Damen, gern. Der Hut eine fast vergessene Ikone.
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Freitag, 2. August 2013

#11 Benimm

Ich bin seit Jahren in der Kommunikationsbranche (PR, Marketing, etc. usw. usf.) tätig und dort ist es gang und gebe sich schon beim ersten Kennenlernen das "Du" anzubieten. Dies ist zwar eine nette Geste und soll das Zusammenleben bei den vielen Überstunden angenehmer machen, nur wenn es dann zu Diskrepanzen kommt, wird so ein Disput schnell persönlich, anscheinend, da man ja "per Du" ist und das schmerzt dann umso mehr.
Nun im gereiften Alter bin ich dazu übergegangen wieder das eherne "Sie" zu tragen, sei es nun in meine oder in die andere Richtung. Dies bringt sogleich auf beiden Seiten den nötigen Respekt, um einen gepflegten Umgang zu haben.
Ich kann natürlich nicht das schon bestehende "Du" wieder ummünzen, dies sehe doch gar zu komisch aus, aber bei Neukontakten beharre ich auf dem "Sie" und es klappt ganz wunderbar. Direkt von Anfang an, wird generell mit einer anderen, viel höflicheren oder auch professioneller Wortwahl kommuniziert und das Arbeiten geht viel leichter und in Stressmomenten wird keiner persönlich angegangen, sondern effektiver am Problem gearbeitet.
Ein anderer Umstand folgt zugleich, das "Herr" und "Frau" (leider nicht "Dame, was ich wirklich hervorragend fände!) müssen so mit angewandt werden und wir sind kurz vor dem Hut heben (dazu später mehr) zum gegenseitigen Respekt erweisen. Das Leben kann durch so einen einfachen Kniff direkt viel einfacher werden, den eins sei gewiß: Ich führe wieder die gute alte Form ein, zumindest in meinem Leben.
Aber, aber, das "Du" bei neuen Kontakten sollte nicht ganz vergessen werden. Ist mir jemand wirklich wichtig, interessant, charmant, bietet sich das "Du", nach einer gehörigen Karenzzeit durchaus an und hat dann auch wieder seinen Wert, der größeren Nähe, dem Besonderen.
Aber bitte nicht wieder damit hausieren gehen! Was da so gerade in den sozialen Netzen (denen ich weitestmöglich fern bleibe) passiert, lässt doch eine Verrohung der Sprache erkennen, der man, und sei es nur der Einzelne, entgegensteuern sollte.
Wobei ich schon wieder zu anderen Umgangsformen, den Do´s & Don´ts kommen könnten, aber Eile mit Weile, dies ist ein großes Feld und bedarf in seiner Facettenhaftigkeit je eines eigenen Gedanken. Knigge lässt grüßen, ich meine es gab da aber auch noch andere, schauen wir mal.

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Mittwoch, 20. März 2013

#10 Die Wolle

Ich möchte hier mal eine Lanze für meinen Faible für Naturprodukte brechen: Wolle! 
Schon als Kind hatte ich den 70zigern unter den Polyacrylrollkragenpullovern (was für ein Wort!) zu leiden. Drinnen schwitze ich mir im Kindergarten die letzten Tropfen aus und wenn es dann ins Freie ging, fror ich mir sowas von den Wolf, brrr. Instinktiv bat ich schon da um Wollpullover und wollte keine Synthetik mehr tragen (die Cordhosen, zwar aus Baumwolle, haben sich bis heute gehalten. Also nicht die von damals, sondern der Umstand, dass ich diese gerne im Winter trage ;-)
Bis zum jetzigen Tage halte ich es so und bin so auch zum Faible für Tweed gekommen, vielleicht dazu später mehr. Allein der haptische Wert von Wolle, der Geruch, die Haltbarkeit, der Tragekomfort, das Klima und viel mehr, geben mir Tag für Tag ein gutes Gefühl.
Ich kann dies Material nur jedem ans Herz legen, ob nun als Kleidung oder als Decken und halte es so wie der ehrwürdige Prinz von Wales, voilá:


His Royal Highness spricht mir aus ganzem Herzen und ich verbleibe mit wohligen Grüßen
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Donnerstag, 29. November 2012

#9 Die Selbstlosigkeit


Ich gebe diesen Film einfach mal als einzigartiges Beispiel, was es für mich bedeutet selbstlos zu handeln.
Ein schöneres Beispiel fällt mir momentan nicht ein und ich möchte dies auch für mich als Aufruf sehen: Helft den Mitmenschen, wo es nur geht.
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Dienstag, 6. März 2012

#8 Der Pfandring

Da ich mich per se und vermehrt für Nachhaltigkeit interessiere, viel mir doch über ein Artikel des Kölner Stadtanzeigers, DIESES Projekt auf, welches ich in seiner Idee und Ausführung einfach wunderbar finde. Ein gutes Ding für die guten Dinge!
Nicht nur werden Ressourcen genutzt, die sonst auch, aber so viel einfacher, sauberer und sicherer erhalten werden, sondern das so eine Idee auch soweit realisiert wurde, finde ich höchst lobenswert und ich hoffe, dass vielleicht über Crowdfunding oder gar andere Wege, dieses Werk sich weit verbreitet!
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Dienstag, 6. Dezember 2011

#7 Die Natur

Wir sind Stadtmenschen. In der Stadt groß geworden, haben die Städte gewechselt, sind in einer liebgewonnenen Stadt sesshaft geworden, arbeiten, haben den Lebensmittelpunkt dort. Genießen die Selbstverständlichkeiten des Überangebotes in allen Bereichen, nicht allzu oft, wissen aber, man kann wenn man will (und es bezahlen kann ;-).

Und... fühlen uns seit je her der Natur verbunden. Fuhren, sobald des eigenen Wagens mächtig in die umliegende Walachei, räkeln uns an Bachufern, schauen den Blättern beim Wachsen zu, genossen jeden Windhauch in den Gräsern, atmen ordentliche Luft.
Hier, in der Stadt, ist es wie in einer Mühle. Métro, boulot, dodo. Tag für Tag. Einerlei. Kräfte zehrend.
Umso genussreicher ist es diesem Trott zu entfliehen und nichts wie rein in das pure Vergnügen eine Stunde vor der Tür: Die geliebte Eifel! 
Wir haben dort vor genau ziemlich einem Jahr eine hmmmm Bauernhofunterkunft aufgetan, die inzwischen wie ein 2. Haut wirkt, und zwar einer, die gerade wohlig durchgeknetet wurde. So was von Entspannung, die uns dort widerfährt, davon zehren wir immer noch einige Tage danach zurück in der Stadt. (Der Blick oben ist übrigens aus dem Küchenfenster und NEIN, ich gebe diesen Geheimtip NICHT bekannt! - Nur bei gaaaanz speziellen Freunden ;-)
Mindestens einmal im Quartal zieht es uns für 2 Nächte (wenn doch nur mehr gingen!) in unser Landlager, packen alle 7 Sachen, kochen vor und nach der Schufterei geht es los, schon die Hinfahrt ist Vorfreude und wenn da, kurze Runde im Kuhstall, Milch geholt, Hallo zu den Schweinen, Winkerei zum Hühnerstall - keine Eier da?, Streichelei für den Hund und Füsse hoch, gern auch bei einem Glas Schambagner oder Reissdorf. Exakt nach 5 Min. des Koffer-abstellens setzt die volle Entspannung ein! Messbar, nachweisbar, geprüft und versiegelt UND garantiert!
SO gut, das wir planen den Sommerurlaub dort zu verbringen. Wieso in Massenmenschhaltungen fliegen und teuerst dafür zahlen, das wir schlechter wohnen als daheim? Schön passable Naherholung mit garantierter Auftanksicherheit - so muss es sein. Gerne erwarten wir andere Geheimtips für andere Urlaube, bis zum nächsten Sommer können die mir alle gestohlen bleiben.
Zurück zur Natur: Saubere Luft mit Stallstinkefaktor (es ist LANDluft Kinder!), weite Blicke, ruhigste Nächte mit Mäusen im Gebälk, die sich um die letzten Brotkrumen kloppen - die Katze wird es schon richten, wie der Fuchs die Puten holt. Durch die Wälder streifen, am Feldesrand auf Raupen mit hunderten tastenden Vielfüssen deuten und staunen, das sich da keiner verheddert. Kühe gucken - 20 Minuten auf Kühe gucken - DAS beruhig Geist und Seele. Im Dorf einkaufen, nur das Nötigste und Leckerste und vielleicht mal eine Kirche oder gar eine Burg anschauen. Alles schön gemächlich und ohne Stress und Zeitplan. Den eigenen Rhythmus wieder finden, ein kurzer Schwatz mit dem Bauern, beim Melken zuschauen - so muss es sein.
Ein schöner Gegenpart zum Stadtleben, welches ich nicht missen möchte - beides im gesunden Maß bring uns wieder ins Gleichgewicht.

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Dienstag, 8. November 2011

#6 Die Tradition

Es liegt in den kleinen Dingen, das ein Ritus zur Tradition wird. Zum Beispiel das Schnörzen hier im Rheinland. Immer zur St. Martinszeit, ziehen die Kinder nach den Zügen von Tür zu Tür, singen ihre Martinslieder und erhalten kleine Süssigkeiten. So hat jeder etwas davon: Die Einwohner bekommen gesungen und die Kinder Karies, ehm Süssigkeiten ;-) So war es zu meiner Kinderzeit, zu den Kinderzeiten zuvor und auch nun zu den Zeiten unserer Kinder und dies hat etwas Beruhigendes, Wärmendes und somit Gutes. Nicht nur, weil die Grundidee von St. Martin eine Großartige ist: "Lerne teilen und tue Gutes", sondern weil es jedem Leben eine gewisse Bahn und somit Sicherheit gibt. So ist es mit den meisten Festen, wie Karnevalbeginn, Weihnacht, Sylvester, Neujahr, Karneval nun erst recht, Ostern, Geburtstage usw. usw. Sie kommen jedes Jahr wieder und sie sollten alle gefeiert werden, damit wir Marksteine in der dahin schreitenden Zeit setzten.
Zurück zu St. Martin: Wir laden nun seit 3 Jahren zum Martinsgansessen ein. Immer liebe Freunde, immer der Sonntag vor St. Martinstag. (Dieser ist übrigens am 11.11., genauso wie Karnevalsbeginn, d.h. wir sind hier im Rheinland doppelt beschäftigt ;-) Und so schaffen wir langsam selbst eine Tradition, indem wir immer wieder ein Fest begehen und dies mit guten Menschen feiern. Und auch wenn das jedes mal eine Mordsarbeit ist, da nicht nur die Zubereitung für bis zu 15 Personen, sondern auch das Säubern der Küche, speziell des Ofens doch schon so gute 2 Tage gesamt aufhält, aber dennoch lohnt es sich und wir werden diesen neuen Brauch, diese Tradition grad begonnen, die kommenden Jahre fortsetzten, weil.... Ja! Weil es zu den guten Dingen im Leben gehört!

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Sonntag, 9. Oktober 2011

#5 La Crêpe



Wer meint Crêpes sind nur geniessbar mit Schokolade, sprich mit "Nutella", kennt nicht die köstliche Variante des bretonischen Crêpes! 
Immer im Sommer, und gerade weil der leider nun zu Ende geht, habe ich die Möglichkeit auf den umliegenden Flohmärkten (u.a.) zwei gute alte Freunde zu treffen, die die fantastische Idee hatten, ein Crêpes-Genuss-Mobil auf die Beine zu bringen und dann dort ihre Kunst zur Verfügung stellen. Je nach Jahreszeit werden besondere Zutaten verwendet (z.B. Radieschenschaum, Wildschweinschinken, Lammkeule, Jakobsmuscheln, Krebsschwänzen, Seeteufel, im Holzofen auf Rosmarin gegarter Kasselerbraten, Tafelspitz vom Buchenfeuer, oder auch Mandelcreme mit Papayareis und dunkle Schokolade mit geröstete Mandeln), um im speziellen Teig gebettet, dem Gourmant serviert zu werden.
Da ich gerade von dort komme (Rote Paté mit Senf, hmm!), MUSSTE ich diesen Punk einfach in die Nennung aufnehmen, da es IMMER so lecker ist, dass nicht nur ich mich jedes mal auf die Beiden freue, sondern auch meine Geschmacksrezeptoren ;-)
Und wer nun auch Interesse gewonnen hat, kann  gerne auf die Seite www.crêpe-genuss.de gehen und sich genauer informieren, um auch in das Vergnügen zu kommen.

P.S. Die beiden sind auch buchbar für private Anlässe ;-D

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Dienstag, 4. Oktober 2011

#4 Mein Friseur

Der Herrenfriseur ist für manchen und erst recht für mich eine Institution, die die Kontinuität im Leben garantiert. Damals hatte ich einen betagten Herren mit Originalausstattung aus den 50ern in einem ca. 25 qm großem Laden, mit 2 Stühlen und ohne Toilette, aber mit Praline und dem Stadtanzeiger (was braucht Mann mehr?), der sehr akkurat den benötigten klassischen Schnitt, gar eine perfekte und wohlwollende Nasshaarrasur erstellte, ohne unnötig über Belangloses zu reden. Ein wahre Wohltat! Nach dem 3. Mal musste nicht mehr erklärt werden, was, wie gewünscht wurde, sondern ein einfaches "einmal wie immer" reichte und mann konnte sich dem Schnitt hingeben und entspannen. Auch die Gespräche mit den anderen Kunden aus dem Viertel waren respektvoll und interessant - es kamen alte Herren, deren Söhne und auch noch die Kindeskinder, was dem ganzen eine Kontinuität, eine Geschichte gab und immer gleich und immer gleich gut war. Es vergingen Jahre des Lebens in denen viel geschah: mancher Arbeitsplatzwechsel, eine Heirat, ein Todesfall, eine Scheidung (jep!). Aber EINE Konstante gab es: mein geschätzter Friseur.
Dann kam ein sehr kümmerlicher Tag, da ich gerade im Stuhl platznehmend, verkündet bekam: "Dies wäre ja nun das letzte Mal", da er nun in Rente ginge, den Laden auflöse und einen Stuhl mit in seine Heimat die Eifel nehme, um zumindest dort den Herren die Koteletten zu stutzen. 
Wie unter Schock, hörte ich mir noch einige Anekdoten aus seinem Leben an, kam gar nicht dazu diesen letzten kostbaren Moment zu genießen oder Fotos zu machen und verließ mit festem Handschlage, aber Kummer im Herzen meinen geschätzten Friseur - für immer.
Mir ward die Kontinuität genommen, die kleine Sicherheit, die jeder Mensch im Leben braucht, eine kleine, auch nur für mich selbst immer währende gute Institution, die mir einfach gut tat.
Jammern hilft nicht - die Suche begann: Ich probierte Salons aus, die teuer waren und mit Schnick-Schnack aufwarteten. Ich ging zum Türken um die Ecke, der recht passable war vom Preis-Leistungs-Verhältnis, nur die dubiosen Besucher im Hinterzimmer ließen mich dann doch Abstand davon nehmen. Es war mühselig und andauernd, meine Suche nach einem respektablen Ersatz. 
Dann durch einen sehr entfernten Bekannten wurde ich auf einen Herrenfriseur in der Nähe meiner nun schon langen währenden Arbeitsstätte hingewiesen, den ich wohlempfohlen aufsuchte. Mir ging schon beim ersten Betreten das Herz auf. Nicht en vogue, sondern alte Schule, alte Einrichtung, klassische Schnitte, gute Konversation und - Italiener! Da ich u.a. eine hohe Affinität zu diesem Land südlich der Alpen habe, da meine Frau Halbitalienerin und sowieso (zu meinen anderen Landesaffinitäten komme ich noch später), wagte ich mich auf den Stuhl und bekam was ich wollte, auch zu einem guten Preis, auch noch nach der Euro-Einführung. Diesen Herrenfriseur lege ich jedem, wirklich jedem ans Herz und empfehle was das Zeug hält: Support your local barber! ;-) und lasse nichts auf ihn kommen - und dies seit Jahren!
Und genau dies möchte ich nun hier tun. Wer hier in Bella Colonia einen wirklich gepflegten Herrenhaarschnitt benötigt, gehe doch bitte fortan zu:
Angelo e Gino, Stammheimer Straße 175, 50735 Köln
Und suchen Sie bitte nicht nach einer Website. Dieser Herrenfriseur ist so gut, der bedarf eines solchen Humbugs nicht! Und Termin gibt es auch nicht, wer kommt, wartet bei bedarf und kommt der Reihe nach dran, so wie sich das gehört!
Mit freundlicher Empfehlung

Der Meister-der-guten-Dinge  von www.die-guten-dinge.de

Mittwoch, 28. September 2011

#3: Die Arbeit

Es ist gut Arbeit zu haben, nicht nur um seinen Lebensunterhalt zu verdingen, sondern auch um vielleicht sinnvolle Dinge zu tun. Wenn dann noch etwas Kreativität umgesetzt werden kann und der Tag abwechslungsreich ist, umso besser. 
Mir stößt es vermehrt unangenehm auf, wenn ich anstelle von Arbeit nach meinem "Job" gefragt werde und ich muss zunächst korrigieren, da mir dies zu despektierlich erscheint, da "Job" sich nur nach einer kleinen Arbeit anhört. Ich hingegen arbeite den ganzen Tag, oft über die normalen 40 Stunden hinaus und möchte diesem Umstand in seiner Benennung auch gerecht werden. Ich mache nicht spielerisch einen "Job", sondern mein Tun nennt sich Arbeit. Und dafür bekomme ich meinen Lohn. Und gut ist. 
Gerne würde ich in einem etwas sinnhafteren Bereich mein Wirken ausführen, meine, mit mehr Nachhaltigkeit (dazu später mehr), ergo Bestand, aber die Stelle die ich inne habe, ist interessant und abwechslungsreich mit wirklich netten Kollegen und gutem Chef, bringt genügend Einkommen (nunja, eigentlich wie immer könnte es etwas mehr sein ;-) und verspricht auch eine Perspektive (man schlägt sich so wie alle von Monat zu Monat durch).
Alles andere was ich tu (das rheinische Machen ;-), ist aus privater Initiative, bring seltenst Honorar und nennt sich Steckenpferd (das alte Wort für Hobby, auch so ein schrecklicher Begriff), aber auch manch große Freude (auch dazu später mehr).

Nun muss ich wieder an die Arbeit und wünsche einen erfolgreichen Arbeitstag.

Der Arbeiter-der-guten-Dinge von www.die-guten-dinge.de

Dienstag, 27. September 2011

#2: Die Höflichkeit

Wenn ich mich so ins Tagesgeschehen begebe, mangelt es uns allen an nötigem Respekt voreinander, d.h. bei dem direkten Umgang mit Menschen in der realen Welt, z.B. auf der Straße oder an der Ladentheke. 
Leider. 
Ich breche hier nun eine Lanze für den gepflegten Umgang miteinander, sage "Guten Tag" und "Auf Wiedersehen", "Bitte sehr" und "Vielen Dank", lasse den Damen (genau! nicht die Frauen! Die Emanzipation ist passé und eine wirkliche Frau bedarf sich nicht zu emanzipieren! Das hatte und hat auch was mit Respekt zu tun) immer den Vortritt, halte allen die Türe nach mir auf, insofern jemandes direkt hintenan ebenfalls hindurch möchte. Lüpfe den Hut beim Grüssen (eine sehr schöne Gepflogenheit, wie das Huttragen an sich, doch dazu später mehr), höre meinem Gegenüber zu und monologisiere nicht, hauptsächlich über mich selbst oder prahlerische Dinge. Respektiere meine Mitmenschen, insofern ich ebenso respektiert werden möchte. Mache Komplimente, wenn welche angebracht sind und übe höflich Kritik, wenn es wirklich nötig ist. Kleide mich gepflegt und reinige mich täglich, sodass an der Kasse meine Mitkunden nicht vor Schweissodem ordentlichen Abstand nehmen (ich durfte wegen solcher Ausdünstungen eines Vorkunden gar die Kasse wechseln, da mir sowas von schlecht wurde).
Bin aufmerksam im allgemeinen, auch im Strassenverkehr (u.a. setzte ich immer den Blinker) und achte meine Mitmenschen. In den Zeiten des vermehrten Egoismus, scheint mir dies ein probates Mittel, sein Leben genießbar zu halten - und wünsche mir dies auch von allen anderen.
Wieviel schöner ist ein Tag, an dem man respektvoll geachtet, gar angelächelt wird.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen respektablen und durchaus höflichen Tag.

Der Meister-der-guten-Dinge von www.die-guten-dinge.de

Freitag, 23. September 2011

#1: Der Anfang

Seit je und immer mehr bin ich an den wirklich guten Dingen im Leben interessiert. Dies können nicht nur Sachen sein, die es wirklich gibt (-> Gegenstände), sondern auch Umstände (-> ein schöner Sommerabend mit Freunden), denen ich hier einen Platz einräumen möchte. Da dies doch einigen Aufwand bedeutet, bitte ich Anfangs um Nachsicht, wenn das Projekt nicht so zügig voranschreitet, aber gut Ding :-) will Weile haben.

Der Sammler-guter-Dinge von www.die-guten-dinge.de