Donnerstag, 25. Juni 2020

#20 Meine Kindheit bei KNAUBER




Eine Ära geht zu Ende

Es fing alles an mit Bretterbuden auf dem Baumann-Kräne-Gelände, wir wohnten in der Siedlung nebenan und stromerten eh immer durch die Gegend. Dort gab es Garagen, Schuppen und den Eierverkaufsstand von der alten Frau Knauber. Wir kletterten immer durch den brüchigen Zaun aufs Gelände und lurten durch die Bretter in die Hüten.
Dann kam erst der Verkauf von Gas in Flaschen dazu und es schien sich zu lohnen, denn, später wurde gebaut: ein Heimwerkermarkt! Kein Baumarkt, sondern viel mehr!
Es gab so viel zu sehen! Die ersten VHS/BETAMAX-Geräte mit Vorführungen von den neuesten Filmen! Ich hatte die Bux voll bei „Der weisse Hai“, den ich war eindeutig zu jung für den Film, aber konnte mir bei den Kollegen keine Blöße zeigen ;-) Wenn ich an meinem Fahrrad was friemelte, ab zu KNAUBER die Teile geholt, ob nun zum Reparieren oder Posen. Eine Modellbauecke gab es auch und in meiner RC-Zeit mit Fernlenk-Geländewagen brachte ich ein Großteil meines Taschengeldes dorthin. Im Gartencenter kauften wir nicht nur Sommers was nötig war, sondern auch JEDEN Dezember unseren Weihnachtsbaum, der Anfangs noch im Einkaufswagen, dann auf der Schulter nach Hause geschleppt wurde. Im Teeladen war eine sehr nette Verkäuferin, die uns stundenlang dort rumlungern ließ und wir auch ein bisschen helfen durften, mir erschloß sich dort die Welt der Düfte, es gab eine sehr große Auswahl von Anbaute aus aller Welt. Zu irgendeinem Jubiläum kam eine Stuntshow, wo vom Hubschrauber sich ein Evil Knievel-Verschnitt aufs Dach abseilte und eine Fragestunde veranstaltete. Zu gewinnen gab es eine Heißluftballonfahrt und einer aus unserem Trupp gewann sogar, wobei es Probleme gab, da er mehrere Antwortkarten abgegeben hat und genau eine von denen gezogen wurde, wo er einen falschen Namen angab, „damit es nicht so auffällt“ :-) Jedes Jahr ein Sommerfest und auch mit Hüpfburg auf dem Parkplatz, wo ich so runterviel, dass ich mir den Arm brach. Am nächsten Tag natürlich direkt wieder druff, aber ich musste wieder runter, da die Aufsicht Panik schob, ich würde beim Hüppen den anderen meinen Gips um den Kopp hauen, komisch ;-) Die große Zoologische Abteilung mit Fischen, Kaninchen, Hamstern Echsen und und und. Es war total spannend den Viechern zuzusehen und seine Tage zu vertrödeln.
Im Eingang hing der Purzel-Clown (s.o.) unter der Decke, jahrzehntelang, mal verstaubt, mal erneuert. Frau Knauber, die Chefin, (die Tochter von der Eierdame) und alle Verkäufer, Einsortierer, Kassiererinnen waren immer sehr nett zu uns und hatten nie was dagegen, dass wir uns stundenlang im Laden rumtrieben. Später kam ich auch auf die Idee, bei KNAUBER als Praktikant im Marketing zu arbeiten, es kam sogar zum ersten Gespräch, wurde aber nichts.
So wuchs ich auf, neben und in KNAUBER.
Dann, letzten las ich in der Zeitung KNAUBER verkauft seinen Heimwerkerbereich an den Mitbewerber Bauhaus und mir kam in denn Sinn: Eine Ära geht zu Ende!
Danke für die schöne prägende Zeit dort!
Mit bestem Verbleib
Der Meister der guten Dinge von www.die-guten-dinge.de

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