Montag, 22. Februar 2016

#17 Die Qualität

Ich bin zu arm um billig zu kaufen
Damals als ich noch jung und unverständlich war, sagte mir meine Oma einmal was am Mittagstisch: „Ich bin zu arm, um billig zu kaufen“. Verdutzt grübelte ich lange darüber nach und kam beim besten Willen zu keinem Ergebnis zu dieser zunächst komischen Aussage, da sie sich ja eigentlich widerspricht.
So im Laufe der Jahre und Jahrzehnte vergaß ich diesen Satz, machte aber meine Erfahrungen, so zum Beispiel beim Kauf von wirklich günstigem Schuhwerk, welches natürlich nur eine Saison hielt. Wenn ich dann mit der Zeit immer wieder los stiefelte und mir die damit verbundenen Kosten zusammenrechnete, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, ehm, von den Augen und der Satz meiner Großmutter war wieder parat! 

Ich nahm sodann aus dem errechneten Budget 3/4 des Gesamtbetrages und kaufte mir ordentliche Schuhe (zugegebenermaßen gute Lederschuhe, da ich diese seit jeher bevorzuge) und hatte mit diesen umgerechnet viel mehr Freude, da sie zum einen länger hielten und zudem noch eine schöne Patina bekamen. Dies Bedarf natürlich einer regelmäßigen Pflege und auch manchmal ein Besuch beim Schuster um neu Aufzuleisten, aber diese Methode hat das Schöne von Dauer und Beständigkeit und somit Sicherheit und ist nach einer kleinen Kosten-Nutzenrechnung eine klare Sache. 
Hier kommt natürlich auch der Satz ins Feld: „Eigentum verpflichtet“, aber dies mache ich gern, da mir die allgemein herrschende Wegwerfmentalität arg zuwider ist. Es werden zu viele schöne, gute alte Sachen einfach weggeworfen und ich treibe mich gern auf Flohmärkten, im Netz und Möbelhallen rum, um diese zu sichern. Gut, nicht Dinge des täglichen Gebrauchs, aber was ich schon günstig an sehr guter Kleidung gefunden habe ist ganz wunderbar: Anzüge, Ulster, Hüte, (OK Schuhe brauche ich immer neu, da das Fahrwerk doch zu zerschunden ;-), Shawls, Westen etc. etc.. Alles wunderbare Schnitte, Stoffe und Materialien, so heutzutage nicht mehr oder eben nur sehr teuer zu erstehen und ganz wunderbar zu tragen. Oder Fahrräder, Kinderwagen, Bügeleisen (die guten schweren!), Smartphones, Tablets, Laptops (ich bin nicht gewillt den überteuerten Neupreis zu bezahlen) und so weiter und sofort - ein bisschen Suche und der Werterhalt startet.
Ich bin es auch leid diese ganzen Kleinelektrogeräte ständig neu zu kaufen und versuche sie immer zu reparieren, so es denn geht. Denn die geplante Obsoleszenz vieler Geräte macht dies nicht immer einfach und ich muss verzweifelt aufgeben, da das Gehäuse beim Öffnen so zerstört wird, dass es kein Ganzes mehr wird. Ich versuche es aber immer wieder und hatte auch schon so manchen Erfolg.
Im Großen und Ganzen geht es mir also um Nachhaltigkeit und dies geht nur mit Qualität. Bei Dingen und auch Nachrichten. Aber zum zweiten Punkt muss ich später ausholen, denn bei nachhaltigen Informationen geht es um eine andere, innere Wertigkeit und hier war ich beim rein Monetären, was aber auch was philosophisches hat. Oder eher vernünftiges? Oder beides?
Danke für die erneute Aufmerksamkeit

Der Meister der guten Dinge von www.die-guten-dinge.de

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